Ulrich und sein Praktikum in Indien.

Freitag, September 30, 2005

Es scheint, als wäre ich nicht zum Bloggen geboren. Bei meinem Eintrag eben ist was schief gelaufen und er konnte nicht veröffentlicht werden. Also wieder aufs Neue.

Es hat heute den ganzen Tag geregnet, und Bangalore zeigt sich wieder von einer ganz anderen Seite. Es gibt hier kaum Vorrichtungen um Regenwasser von der Strasse abzuleiten (einen Gulli wird man hier lange suchen und wahrscheinlich nie finden). Diese Tatsache und der starke anhaltende Regen, führte dazu, dass sich so manche Strasse abrupt als Fluss verkleidete. Ich durfte das hautnah miterleben, weil wir für eine Reklamation, per TukTuk durch die ganze Stadt mussten.
**Der Ausdruck Tuktuk ist anscheinend nur von / für Kinder hat mir heute ein Inder mit mitleidigem Blick erklärt. Allerdings habe ich mich jetzt schon so dran gewöhnt, dass ich dem eigentlichen Wort Auto (Abkürzung für Autoriksha) wohl auch weiterhin keinen Platz in meinem Wortschatz einräumen werde.**
Manche Strassen waren schlicht nicht befahrbar, weil das Wasser geschätzte 10 – 15cm hoch stand. Naja, stehen ist der falsche Ausdruck, es rauschte an uns vorbei trifft es besser. Nicht selten hörte man das Wasser gegen den Unterboden des Tuktuks klatschen. Schade, dass ich den Foto nicht dabei hatte, die Bilder wären Sehenswert gewesen.
Die Tour war nicht gerade angenehm. Zum einen sieht man durch das Wasser auf der Straße (braun, wegen dem ganzen Sand / Dreck der hier rumliegt) die Schlaglöcher und Hügel nicht mehr – der geübte Inder erahnt sie eventuell wegen dem kräuseln des Wassers, allerdings wurden wir dennoch ziemlich durchgeschüttelt. Zum anderen ist ein Tuktuk ja luftig gebaut (siehe Bild), was bei Sonnigem Wetter eine angenehme Abkühlung verspricht. Bei Wind und Regen hingegen, lernt man die Türen schmerzlich vermissen. Und spätestens nach dem ersten Auto, das neben uns durch das Wasser gepflügt ist, wusste ich auch, dass meine Kleider eine Dringende Wäsche benötigen. Alles in allem war das wohl ein Trip den man wohl mal gemacht haben muss, ich aber nur ungern wiederholen möchte (evtl. der Bilder wegen).

Soviel zu Indien. Es gibt noch wahnsinnig viel, dass eine Erwähnung wert ist, aber davon in späteren Einträgen mehr.

Die Gemeinde die das hier liest ist anscheinend mittlerweile ziemlich groß, das freut mich natürlich und motiviert. Wäre schön, wenn ab und zu mal ein Comment eintrudelt, damit ich weiß, wer hier alles neu oder noch dabei ist.

Zu meiner Aktuellen Situation:

In meinem Zimmer gibt es leider immer noch kein Wasser und in meinem Ausweichbad ist nach wie vor kein Licht. Irgendwie kommt wohl der Klempner nicht bei. Das Problem mit den Handwerkern gibt’s wohl überall auf der Welt.
Ich habe endlich jemanden gefunden dem ich meine Wäsche anvertrauen kann. Unsere Hausfrau hier kommt ab jetzt jeden Sonntag vorbei und erledigt das. Das ist eine ziemliche Erleichterung, da sich hier das Prinzip des Waschsalons nicht durchgesetzt hat und die Reinigung keine Unteräsche annimmt. (nein, Unterwäsche kann man auch von Hand waschen, dementsprechend laufe ich nicht „smelly“ durch die Gegend)
Im Geschäft ist im Moment alles etwas stressig und wir haben uns entschlossen Morgen mal eine Zwischenschicht einzulegen. Außerdem hab ich nun ein eigenes Projekt (Kundendatenbank) das mir sehr gefällt und an dem ich mich austoben darf.
Die Ameisen fühlen sich anscheinend unter der Tastatur von meinem Labtop sehr wohl. Ich traue mich aber nicht sie da rauszuschütteln, weil mein Labtop wohl immer noch schlechte Laune hat ( Die Festplatte gibt den Geist auf). Naja, vielleicht tut ihm die Gesellschaft ja auch gut (die Kleinen Biester futtern mit Sicherheit jeden verirrten Krümel weg der sich in dem Jahr Gebrauch da runtergeschmuggelt hat.)
Ein akzeptables Bier hab ich leider auch noch nicht gefunden. Meine Freude, als ich eine BECK’S Dose im Supermarkt entdeckte endete abrupt, als mir der Aufdruck „Alkoholfrei“ ins Auge sprang. Da ich die Heinis immer noch nicht gefunden habe (ein Inder hat mir gesagt die könnte man hier bekommen) bin ich weiterhin auf einheimisches angewiesen.
Ich bin also nach wie vor am durchprobieren der hiesigen Sorten (Die Hoffnung stirbt zuletzt), das ist teilweise aber etwas heikel. In der Kneipe gestern Abend habe ich Tiger probiert. War genauso über wie die anderen, aber in der Not frisst der Teufel fliegen und hab gemütlich drei Fläschchen getrunken. Offensichtlich war das Gebräu aber importiert (!? So was wird importiert, aber Henis gibs nicht????) und kostete dementsprechend fast 6 Euro. Der Baileys danach noch mal 12…. Der Abend war also etwas teurer und ich bin aus allen Wolken gefallen als ich die Rechnung präsentiert bekam (habe immer noch nicht herausgefunden wo beim TGIF die Getränkepreise für nicht-Cocktails stehen). Immerhin könnte ich für das Geld gut einen Monat in meinem indischen Stammrestaurant 2 mal am Tag essen gehen…
Damit wären wir auch schon beim Essen. Im obigen lokal gibt es Frühstück, Mittag und Abendessen. Mittags bringen meist die Kollegen was mit und Abends bin ich dann da. Für 20 Rupees (40 ct) gibt’s ein magenfüllendes Abendessen. Abendessen ist hier ähnlich wie Frühstück, also Mittagessen mit weniger auf dem Bananenblatt (=

Gesundheitlich geht’s mir nach wie vor blendend, allen Unkenrufen zum trotz vertrage ich nämlich offensichtlich die Unmengen an Scharfem, die ich hier zu mir nehme. Ich bin sogar selbst schon so weit, dass ich mir anstatt normalem Ketchup (Heinz) Lieber „Hot and Sweet“ Tomatensauce kaufe (auch dabei meinen sie es mit dem Hot wieder erwartungsgemäß ziemlich ernst..)

Kleiner Ausblick:
In den nächsten Tagen werde ich mal ein paar Bilder von meiner neuen Heimat (dem Büro) präsentieren.

Grüße,

Ulrich

Montag, September 26, 2005

kene Updates?!

... doch, eigentlich schon. Heute morgen bin ich sogar für das übliche Montagsupdate etwas früher aufgestanden, damit alles hübsch fertig is, wenn die anderen eintrudeln. Es war natürlich nicht alles fertig und ich hab in etwa eineinhalb Stunden geschreiben und geschrieben und geschrieben, immerhin ist einiges passiert dieses Wochenende.
Der Artikel war fertig und ich zufrieden mit meiner Arbeit. Ich wollte nur noch ein Bild von einem Tuktuk anhängen, dass ihr mal seht wie die fahrenden Allzweckluftverpester aussehen. Mein Labtop fand das nicht gut. WENN mein labtop etwas nicht gut findet, schaltet er auf stur, übersetzt heißt das, Festplatte runterfahren und beim Reboot melden das kein Betriebssystem auf dem Rechner gefunden wurde. Die Hintertür (Reparaturinstallation) war leider auch versperrt und zu allem übel gab dann auch noch meine Windows CD ihren Geist auf. Ergo, ich habe heute malwieder für alle (mir UNBEKANNTEN) Schandtaten gebüßt, die ich meinem Labtop angetan habe und jemals antun werde.
Immerhin, nach viel gut zureden und Aia Aia funktioniert er wieder. Mal schauen wie lange. Ich vermute, dass die ständigen Stromausfälle die Schlechte Laune zu verschulden haben, aber wer versteht schon Computer (und ja, ich weiß (Grinsen und Genugtuung machen sich bei Jane breit, der Ulrich redet von seinem Computer als Person...).
Meine Schreiberlaune ist dementsprechend so ziemlich am Nullpunkt angelangt. Um euch allerdings weiterhin bei Stange zu halten, die Übung nicht zu verlieren und meinem Schicksal zu trotzen starte ich einen zweiten Versuch (aber diesmal mit WORD zwischenspeichern auf anderer Partition, habe meinem Rechner den Kampf angesagt). Allerdings müsst ihr jetzt natürlich mit einer Kurzfassung vorlieb nehmen.

Dieses Wochenende habe ich mir ein paar Sehenswürdigkeiten angeschaut. Am schönsten und somit auch erwähnenswertesten ist der Cubbon Park. Die „grüne Lunge“ Bangalores, der größte Park der Stadt. Tuktuk lief ausnahmsweise problemlos, ich komme da an wo ich hin will und zwar ohne Probleme. Sobald ich durch das Haupttor getreten bin, verschwinden mit jedem weiteren Schritt die Geräusche der verkehrsgeplagten Stadt und weichen einer natürlichen Ruhe, die nur von ein paar verkaufstüchtigen Indern („Wanna – setze beliebigen Ramsch hier ein – Ser?“) sporadisch gestört wird. Direkt am Eingang das übliche Schild mit den do’s und dont’s nur dass das in Indien etwas übergroß ausfällt um dem bürokratiebewussten Inder das Bedürfnis nach Regularien zu befriedigen. Neben Hunden sind auch Straßenhändler nicht erlaubt, da hilft auch kein Maulkorb. Belustigt lese ich weiter und bleibe bei „Die Vögel nicht mit Steinen bewerfen“ hängen (gar nicht so bescheuert, wenn man den Eze kennt). Ich überlege ob es nicht besser wäre auch explizit zu verbieten MENSCHEN mit Steinen zu bewerfen, so nach dem Motto, was nicht ausdrücklich verboten ist…
Der Schlusssatz ist dann: „Don’t harm the Nature so that your environment doesn’t harm you”. Oeh… Da become ich augenblicklich Assoziationen von fiesem giftigem Kleingetier und menschenfeindlichem Sumpfland und nehme mir vor, heute mal besonders umweltfreundlich zu sein.
Der Park an sich ist eine Augenweide, ich schlendere zwischen allerlei Pflanzen, exotischen Tieren und Indern durch das Üppige grün und genieße die Ruhe. Im vergleich zu einem deutschen Park ist alles sehr naturbelassen. Gepflasterte Wege gibt es nur an den markanten Punkten des Parks, ansonsten gibt es sandige Trampelpfade, die nicht selten durch Bambusdickichte ins nirgendwo führen. Nach meinen zwei ersten Wochen in der Stadt ist das genau das was ich brauche,

Nachdem ich ein bisschen Ziellos durch den Park gewandert bin, ist es Zeit, die umliegenden Sehenwürdigkeiten (allesamt Indische Herrschaftsbauten) anzusehen. Die in rot gehaltenen Gebäude sind alle gut von eifrigen Wachmännern geschützt und heben sich Majestätisch vom grün des umliegenden Waldes ab.
Vor dem High Court of Karnantaka dann eine große Menschenmange, anscheinend wollen alle ein Foto mit sich und Court. Der Platz ist denkbar günstig, da sich der Prachtbau am ende einer breiten langen Treppe befindet. Im ersten Moment noch Zuschauer werde ich sofort nach Entdeckung zur zweiten Attraktion, was bedeutet, dass bitteschön alle hier den Whitey auf dem Foto haben möchten. Die Leute sind zu liebenswert um „No“ zu sagen und so habe ich die nächsten 20 Minuten mit Posieren und Händeschütteln allerhand zu tun. In einer kurzen Verschnaufpause ( eine Mädchengruppe verstopft die Treppe) gelingt es mir, mich zunächst unauffällig hinter einem Busch zu postieren um danach eilenden Schrittes das Weite zu suchen, die Ruhe zu genießen und den Eichhörnchen (natürlich nicht wie bei uns - etwas kleiner und grau schwarz gestreift), die es hier en masse gibt, bei ihrem Treiben zuzuschauen.
Unterbrochen werde ich dabei regelmäßig von kleinen Gruppen Ortsansässiger, die ihren Wochenendspaziergang im Park machen. Das läuft dann so (ist wirklich immer das gleiche Schema… ob hier Kurse angeboten werden?):
Die Gruppe marschiert geschlossen auf mich zu, alle mit einem Lächeln auf dem Gesicht, einer hat den schwarzen Peter, mir ist es allerdings nie gelungen ihn vorher rauszudeuten, der wird dann von den Anderen kurz vorm zusammenprall nach vorne Geschubst, während der Rest stehen bleibt. Es folgt ein verlegenes Grinsen und ein „hello ser“, auf meine freundliche Erwiderung folgt das obligatorische „Where are u from ser?“. Danach ein Händedruck, während dem die Namen ausgetauscht werden, „Take Care“ und schon verschwindet die Clique tuschelnd im grünen.
Danach lasse ich den Tag in der Stadt ausklingen. Im Café treffe ich einen Regisseur und einen Astronom, der mich sogleich über meine Shakras aufklärt. Eineinhalb Stunden diskutieren wir über mich, meine Vergangenheit, meine Zukunft und alles ist sehr philosophisch. Sie lassen es sich nicht nehmen mir mein Getränk zu bezahlen und ich kann wieder zwei interessante Bekanntschaften bei „haben“ verbuchen. Ich lerne in der bar später noch einen Italiener kennen, mit dem ich ausgelassen über alle möglichen Themen diskutiere. Mit typisch Italienischem Gestenreichtum und natürlich auch etwas Machogehabe. Alles in allem lerne ich wieder 5 Leute kennen und freue mich, dass das hier wirklich einfach ist. Einfach zu jemandem an den Tisch setzten und losplaudern, et voilá die gute Unterhaltung für die nächste Stunde ist gesichert.

Habe heute die örtliche Müllabfuhr erspäht und war verwundert (warum eigentlich) dass das auch mit einem tuktuk erledigt wird. Anstatt der üblichen Kabine wurde hier einfach ein Stahlcontainer angeschweißt. Wie sich das ding vollbeladen noch fortbewegen kann ist mir ein Rätsel und bricht wohl auch mit so manchem physikalischen Grundsatz, aber es rollt, stinkt und macht krach, wie jedes andere Tuktuk auch.

Paar Fakten die mir gerade einfallen:
Das Auspuffrohr hat in etwa den Durchmesser meines kleinen Fingers, gestartet werden die Dinger mit einem Hebel der etwas an eine Handbremse erinnert, einmal kräftig dran ziehen und schon erwacht das Gefährt zum Leben. Bei vielen Tuktuks prangt der Spruch „Don’t pollute the air“ über der Heckscheibe. Dass der Träger der Schriftzugs mit abstand den höchsten Schadstoffausstoß hat scheint die Fahrer nicht zu stören, immerhin, an jeder Ampel wird brav der Motor ausgeschaltet.

Freitag, September 23, 2005

Kaffee und.. Süßgikeiten?

Habe gerade einen Kaffee auf dem Tisch. Den bekommen wir jeden Morgen, frei Haus geliefert von unserem Coffee boy (´4Rs / Tasse). Der Kaffee ist frisch, mit viel Milch und leider mit noch mehr Zucker. Die Wahl wird einem nicht gelassen. Das ist eben die Art wie man in Indien Kaffee trinkt und ich beginne das zu schätzen. Ich dachte mir dann gestern, daß ein paar Kekse dazu nicht schlecht wären und bin zu einem der vielen Bäcker bei uns um die Ecke getingelt und habe mir eine Tüte der erstbesten Kekse mitgenommen. Ich hätte mich vielleicht vorher nach den Geschmacksrichtungen erkundigen sollen, dann hätte er mir vielleicht gesagt, daß die Cookies mit denen ich gerade liebäugle chili flavoured sind... So hat sich unsere Kommunikation nur auf einen Fingerzeig und den Austausch von Zahlungsmittel beschränkt. Man kann sich ungefähr mein Gesicht vorstellen als ich ein schlückchen Kaffe trinke und herzhaft in den ersten Keks beisse.
Als ich gerade meine Entrüstüng über scharfe Kekse mit Muthu teilen wollte sagte der nur, "Oh, for us it is not spicy". Also auch von hier keine Rückendeckung zu erwarten.
Ob unsere lieben Haustiere die Kekse so ohne weiteres vertragen? Einen versuch ist es vielleicht wert. Wir haben Ameisen hier, die in etwa ein Drittel der größe von unseren deutschen Ameisen haben. Fällt einmal ein Krümel auf den Boden kommen die in Scharen weiß Gott woher und verwerten ihn. Praktisch in diesem Fall, unpraktisch wenn man einen Essensrest fürs später Essen irgendwo liegen lässt. Aber meine neu erworbene Luftdicht verschließbare riesentupperschüssel stellt für die örtlich-organische-Minimüllabfuhr Gott sei Dank ein unüberwindbares Hindernis dar.

Kakerlaken gab es bisher keine mehr, aber ich werde ein Auge darauf haben.

Das HP Meeting gestern Abend war übrigens nicht schlecht, auf die übliche Unternehmenspräsentation und das einschwöhren der Mitarbeiter auf die gemeinsame Sache (Pflichtteil) Folgte die "Indische Antwort auf Uri Geller". Ein Typ der uns weiß machen wollte er könnte Gedanken lesen, alles in allem sahs mir sehr nach den üblichen Taschenspielertricks aus. Auf die Frage hier, wer in dem Raum denn an übersinnliches und Gedankenübertragung glaube, reckten sich doch erstaunlich viele Hände nach oben (die Versammlung war eigentlich für Geschäftsführer von Partnerfirmen gedacht) und so verwundert es nicht, daß der Entertainer bald eine tief spirituell-beeindruckte Menschenmenge herabblicken konnte, die ihm ziemlih aus der Hand fraß.
Für mich wars amüsant und das anschließende Essen war himmlisch.

Dieses Wochenende werde ich wieder versuchen, weiter ins Herz von Bangalore vorzustoßen und evtl. auch ein englisches Kino aufzutreiben um mit euch Kinomässig auf einer Stufe zu bleiben (=

grüßt mir den Rest!

Donnerstag, September 22, 2005

Zeit um zu shoppen

"... und nach der Arbeit geh ich noch shoppen.... ". Naja, wir gehen eher während der Arbeit, das heißt, daß einfach mittags um 2 die Läden im Büro runter gelassen werden und die gesamte Belegschaft in die Mall fährt. Praktisch für mich, so konnte ich mir endlich die benötigten Hosen kaufen.
Ich dachte ich gönne mir was und habe folglich die teuereren Anzugshosen gekauft. Wenn der Luxus gerade mal 9 € (!) kostet, ist das ganz ok. Es war malwieder ungläubiges Staunen angesagt, als ich meinen Freunden hier erzählt hatte, daß man dafür bei uns vielleicht gerade mal die passenden Socken zum Anzug bekommt.

Ansonsten hab ich nun endlich ne indische Telefonnummer unter 0091 9886998104 bin ich ab Sofort auch in Indien zu erreichen.

Das Wasser in meinem Zimmer is leider immernoch nicht an, so muss ich also nach wie vor Abends im romantischen schein meiner Mag Lite duschen. Da ram heute nach Delhi fliegt wird das wohl auch in naher Zukunft nichts. Aber das is nicht so wild, hauptsache ich habe ueberhaupt eine Dusche.

Tonight ist eine HP veranstaltung angesagt, ist anscheinend was größeres, werde im nächsten eintrag berichten.

Ich kann zur Liste meiner Haustiere neben Moskitos und Geckos nun auch noch Kakerlaken hinzufügen. Allerdings war die bekanntschaft nur kurz. Ich hab den zischenden Mistkerl nämlich vom Bad aus direkt zu seinen Freunden in den Kakerlakenhimmel befördert, ich hoffe das war nur ein Kundschafter und nicht bereits Teil einer Großfamilie. Aber auch davon bei Zeiten mehr.

Dienstag, September 20, 2005

Essen und andere Flüssigkeiten

Lebe noch! Sitze gerade im Office und lausche dem Hupkonzert auf der Straße draussen. Gestern abend hatte ich wieder Geckokontakt. War schonwieder rosa, kann also das letzte mal nichts mit Alkoholkonsum zu tun gehabt haben (=

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Eze hat ein neues Blog (froifroi) alle ma reinschauen und COMMENTS abgeben.
http://sneak-it.blogspot.com/
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Rama, mein Chef, ist krank. Bauchschmerzen und Fieber. Das bedeutet für mich, ich bin alleine mit Muthu (wir sind insgesamt nur zu dritt im Büro, die Filiale wurde erst vor 5 Wochen eröffnet) UND ich hab keine Arbeit. Deswegen kann ich mir jetzt auch die Zeit nehmen und das Weblog auf Vordermann bringen. Das sieht wichtig aus beim rüberschauen und ansonsten geht die Zeit rum (ein Glück kann hier keiner deutsch)...

Mein neues Heim (das Büro) ist garnicht so schlecht. Ich habe eine riesen Akustik hier nachts - Gitarrespielen ist also angesagt, auch wenn ich gestern vom Nachbar schon eine Geschichte über "komische Geräusche" in meiner Wohnung erzählt bekommen habe!?
Eine Kleinigkeit die mich stört:
WASSER ich brauche WASSER! In meiner ersten Nacht hier bin ich durchs Zimmer und das Bad wie ein Berserker, damit ich wenigstens selbst einen Platz habe der blitzsauber ist. Danach dann erstmal im Wohlfühlbad eine Wohlfühldusche nehmen.
Der Rest ist dann wie im schlechten Film - nach dem Einseifen streikt das Wasser und ich komme mir malwieder bescheuert vor. Aber wir haben hier ja 3 Duschen, also einen Raum weiter zur nächsten. Da kommt dann auch Wasser aus dem Rohr, nachdem ich den Kalkklumpen (Duschkopf?) von der Wand geschraubt habe. Vorteil: Wir haben zwar in jedem Raum einen Boiler der für warmes Wasser sorgt, allerdings ist das kaum nötig, weil das "kalte" Wasser hier immernoch recht angenehm ist zum duschen.

Musste gestern grinsen. Hatte dem Rama vorgeschlagen eine USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) zu installieren, weil hier ja regelmäßig die Lichter ausgehen (bei mir nicht so wild, da schaltet der Labtop einfach auf Batterie). Rama ist mit mir einer Meinung, nachdem ér gestern ne Geschäftsemail zweimal (mit der obligatorischen Unterbrechungshalbenstunde)tippen musste ^^. Ansonsten haben sich die Inder eigentlich alle sehr gut auf das marode Stromnetz eingestellt, fast jedes Büro hier hat eine Notstromversorgung und so gehen hier in meinem Viertel die Lichter nie ganz aus.

Mein neues Plätzchen liegt ideal. Etwas weiter weg von der überfüllten Innenstadt, aber immer noch so zentral, das man nur ein paar Schritte für die wichtigsten Bedürfnisse laufen muss (Futter, Kaffee, Klopapier). Einziger Wehrmutstropfen, Hunde und Autos nerven hier tierisch wenn man einfach nur schlafen möchte. Da die Temperatur hier selten unter 20 Grad sinkt sind viele Häuser so gebaut, daß ein Lüftchen wehen kann... und das trägt auf seinen Schwingen dann eben auch noch das Geräusch der Hupe vom genervten LKW Fahrer. Abends kein Problem, wird das morgens zur Plage. Bisher musste ich mir mit Ohropax behelfen, ich hoffe allerdings, daß ich mich noch daran gewöhne. Die Temperaturen hier sind sogar für mich ideal, selten über 3o oder unter 20 Grad, was will man mehr im Winter?

Ja, indisches Essen ist WIKLICH so scharf... Am Sonntag wollte ichs wissen und hab mich in ein brechend volles indisches Lokal gesetzt. Freundliche Kellner, kleine Jungen die permanent auf den Knien den Boden schrubben und serviert wird auf Bananenbläätern also ein Indian-Flair 5* Plätzchen.
Die Mahlzeiten bestehen hier eigentlich immer aus einer Grundlage (meist Reis oder flache Brotfladen, die Ähnlichkeit mit unseren Pfannkuchen haben) und Soßen (meist dick, mit Kartoffeln, Hirse und allerlei anderem Gemüse) . Die Soßen (6 an der Zahl) bekam man in dem Lokal schon automatisch aufs Blatt, das hatte ich aber nicht gewusst und so hatte ich zusätzlich auch noch Chicken Massala bestellt (das einzige auf der Karte was ich identifizieren konnte). Chicken wird hier zubereitet wie vom Bobby bereits beschrieben. Das ding aufs Hackbrett und dann projeziert der Metzger seine Aggressionen aufs Feindbild (in dem Fall totes Huhn) was dabei herauskommt ist eine Kreation aus Knochen und Hühnchenfleisch, an die sich der filetverwöhnte Westler wohl ersteinmal gewöhnen muss (oder auch nicht, ich denke ich werd einfach mehr vegetarisch essen)
Der Rest läuft dann wie gehabt. Essen mit den Händen. Wasser steht auf dem Tisch. Das Esssen ist so scharf, daß ich heftig anfange zu schwitzen und die Nase läuft. Die Inder mir gegenüber können sich ein schadenfrohes Grinsen nicht verkneifen und Essen ihren Reis in atemberaubender Geschwindigkeit und ohne einmal mit der Wimper zu zucken. Während ich esse wechselt an meinem Tisch zwei mal die Besetzung - und ich dachte ich bin schon schnell. Außerdem schaffe ich meinen Reis gerade mal zur hälfte, während alle anderen hier damit keine Probleme zu haben scheinen (is vielleicht so ne dritte-Welt-Sache...). Das Essen war wieder sehr lecker und auch das Brennen lässt nach einer oder 2 Stunden nach.
Aber vom Brennen sagt man, hat man ja immer 2 mal was... so war das auch hier wieder.

Gestern Abend bin ich noch gemütlich durch die Straßen gebummelt und wäre fast ins örtliche Abwassersystem gefallen. Dieses verläuft hier direkt unter dem Gehsteig (wenn mal einer da ist) und wird durch große Steinquader bedeckt. Irgendjemand kam wohl auf die Idee, daß es nicht so schlimm wäre vor einem hell erleuchteten Geschäft mal einen weg zu lassen. Dumm nur, wenn man sich beim vorbeischauen die Auslage des Geschäftes anschaut und das Loch mit den Dimensionen 50cm breit, 150cm lang und 100cm tief (TIEF!) erst in der letzten Sekunde bemerkt (ich weiß, daheim heissts un wieder typisch). Immerhin, ich habs bemerkt und bin so größeren Blessuren entgangen. Ansonsten konnte ich weiterhin allen lebensgefährlichen Situationen ausweichen (bis auf den Strassenverkehr natürlich) und befinde mich weiterhin bei bester Gesundheit. Auch mein Magen spielt weiterhin mit.

Grüsst mir alle und gebt dem Domme mal die Adresse von dem hier, ich hab von dem nämlich keine Kontaktdaten.

Samstag, September 17, 2005

Little boy and the big city

Gestern Abend war TGIF (Thank God it's Friday) angesagt. Ein bisschen westlicher Flair in der östlichen Welt. Ram hat mir geraten ma ne Auszeit zu nehmen. Der Laden war mir schon fast zu westlich, weil Amerikanisch, und mit den Preisen verhielt es sich leider auch nicht anders. Dennoch hat sich der Abend in 3erlei Hinsicht gelohnt.
1. Ich konnte in Gemütsruhe Cocktails schlürfen
2. Das Essen dort war klasse
3. Ich konnte erste Kontakte zu ein paar Indern knüpfen... Denen war es wohl ein Dorn im Auge das ich alleine da saß. Ehe ich mich versah, war ich in eine hochbrisante Diskussion über F1 (Michael Schumacher ist best!! - No! it's Raikkoenen) verwickelt. Gott sei dank reichte mein allgemeindeutsches F1 Grundwissen aus um die Ureinwohner zufrieden zu stellen. Tatsächlich waren die Jungs super drauf und wir haben uns wunderbar verstanden.
Alles in allem also ein toller Abend... sollte man meinen... Alles hat seinen Preis und was das ganze Indische Essen bisher nicht geschafft hat, daß hat die"All American Chicken Spicy" Pizza fertig gebracht. Hab heute den ganzen Morgen auf dem Klo verbracht (Wenigstens hatte ich noch Lesestoff). Mein Kleiner Freund lässt sich leider nicht mehr blicken... dem sitzt wohl noch der Schreck in den Knochen (gemeint ist der GECKO!).
Nachdem ich mir sicher war, daß nun WIRKLICH nichtsmehr vom gestrigen Essen in meinem Darmtrakt übrig sien koennte, hab ich mich entschlossen endlich mal die Zeit zu nutzen und die Innenstadt von Bangaolre zu erkunden.
Dafuer muss man da natürlich erstmal hinkommen und will man sich nicht in einen Ueberfüllten Bus setzen bleibt einem da eigentlich nur noch das typisch Indische allzwecktransportmittel, das TUKTUK. Vorgewarnt von meinen Reiselektüren und den einheimischen, ging ich nicht ohne Misstrauen auf den erstbesten Fahrer zu. "20 Rupees to the City! - Take you everywhere". 20 Rupien (etwa 35 ct) war fast zu gut um wahr zu sein.... War es dann auch. Ich war kaum eingestiegen als wir auch schon im smoggeplagten Großstadtverkehr in verwinkelte Gässchen abtauchten. Das bedeutet, daß ich nach etwa 15 sekunden Fahrt die Orientierung verlohren hatte und auf gedeih und verderb meinem Fahrer ausgeliefert war.
Wir kamen dann an. Natürlich nicht in der City. Sondern im Shop irgendeiner Company, mitten im Nirgendwo. Ich wollte nicht aussteigen, der Fahrer nicht weiterfahren. Patt. Der Klügere gibt nach - und da der Fahrer eh schon genüsslich mit kollegen einen Kaffee schlürfte und ging ich in das geschäft, im Allgemeinen nichts besonderes ausgestellt, Teppiche Schmuck, Tand und noch 3-4 andere Touristen, die wahrscheinlich genauso dümmlich aus der Wäsche schauten wie ich gerade - immerhin, lieber gemeinsam doof.
Nachdem ich 5 Minuten guten Willen gezeigt hatte, schaltete bei meinem Fahrer die Interne Ampel wohl auf grün (vielleicht auch weil mein Blick sagte "Ich schmeiss deine beknackte Motorriksha um wenn du nicht weiterfährst") und er bequemte sich mich weiterzutransportieren. Ich sagte "no more shops", er darauf "Achselzucken". Ich nochmal "NO MORE SHOPS" er darauf "ACHSELZUCKEN" - daraufhin war bei mir resignieren angesagt. Ich bestach ihn dann mit 10 Rupees mich direkt zur MG road (Zenbtrale Einkaufsstrasse)zu brigen und mir die restlichen shops zu ersparen. Daraufhin endlich eine Reaktion "No more shops? ok! maybe Tomorrow?!" fuck off... Ich beherrsche mich, drücke ihm, endlich angekommen, die 30 Rupees in die Hand (immernoch sehr billig) und Stürze mich ins Stadtgetümmel.
Oder besser, das Stadtgetümmel stürzt sich auf mich. Ein weißer in der City und noch dazu mit Fotoapparat! (ich idiot konnte das ding natürlich nicht daheim lassen, ich moechte ja alles dokumentieren) Offenbar meint jeder Inder, ein gut gekleideter Weisser ist ein Geldautomat mit unbegrenztem Kredit. Nachdem ich 5 Minuten von Händlern überrannt werde und von der Rolex bis zur Gummischlange alles gesehen habe flüchte ich in ein Kaffee. Yay me! Indischer Kaffee überfreundliches Personal, guter Service, keine Verkäufer und ein Capuccino fuer umgerechnet 50 Cent. Das versöhnt mich ein bisschen mit der Stadt. Ich nehme mir ein bisschen Zeit und schaue mir die Passanten an. Dazwischen immer malwieder ein paar unglückliche Touristen die mit den Strassenhändlern Polonese und "Fang den Whitey" spielen.
Irgendwann traue ich mich auch wieder raus und schaue mich auch um. Man gewöhnt sich schnell an das Gezupfe, das penetrante nebenhergelaufe und das "U wanna rolllex ser?" gebrülle. Da kommt ein kleines Kind (vielleicht 3 Jahre) und schaut mich mit großen Augen an. Ich kann nicht wiederstehen ihm Geld in die Hand zu drücken (10 rupees tun nicht weh) und das Lächeln wars wert. Ich muss mich zwingen bei den anderen hart zu bleiben (klappt nicht immer), denn es steht immer mal wieder so ein kleiner Fratz mit großen Augen in der Gegend rum. Natürlich weiss ich, daß die Kohle bei Mama(im besten Fall) abgegeben wird. Aber who cares, die brauchen die paar Cant nun wirklich dringender als ich - Angenehm hier ist, dass man davon ausgehen darf, dass das Geld wirklich fuer Essen ausgegeben wird. Ja, die Leute sind so arm und Alkohol ist teuer.
Nach 2 Stunden in der Stadt habe ich mich an das quirlige Leben gewöhnt und wie so oft in letzter Zeit finde ich gefallen an dem ganzen. Ich würde mich vielleicht nicht jeden Tag hier hineintrauen, aber bei nem Kaffee die Leute beobachten und mit dem ein oder anderen verkäufer einen gemütlichen Plausch halten (Ja, das geht auch! Inder sind wirklich nett) übt unbestreitbar auch auf mich seinen Reiz aus.

Die nächste Überraschung, mein BETT IST DA!

Ram hat alles erledigt, ich greif mir das nächstb este Tuktuk (diesmal 40 Rupees - aber dafuer kein Shop) und fahre zu meiner übergangswohnung, schnell die Sachen gepackt und dann ab in die neue Wohnung.
Mein Bett ist da, ich habe eine Matratze und Kissen. Bettdecke und Bezüge Fehlen noch, aber was solls, ENLDICH an meinem eigentlichen Wohnort angekommen!

Freitag, September 16, 2005

Gecko, leider etwas unscharf...
Hatte heute Nacht einen Gast. Wir haben uns auf dem Klo getroffen und im Nachhinein weiss ich nicht wer von uns beiden mehr erschrocken ist. Auf jeden fall ist der kleine zusammengezuckt und von der Wand gefallen.
Mein kleiner Freund ist ca 10 cm Lang, rosa (?!) und wird im allgemeinen Gecko genannt. Meine erste Begegnung mit einem Wesen dieser Art ist weitestgehend friedlich verlaufen und da ich wenig ähnlichkeit mit seiner Leibspeise (Moskitos - Juhuu!) habe, wähne ich mich meines Lebens sicher.

Donnerstag, September 15, 2005

Aktuelle Situation

Allgemeines werde ich weiterhin berichten. Nun zu meiner aktuellen Situation.
Ich lebe nach wie vor im Zimmer von Ramas Freund und habe mich mittlerweile an die Bedingungen gewöhnt. Ich habe einen Fernseher und CNN hilft mir ein bueschen ueber die Zeit. Ich freue mich aufs Office (da ist mein eigentliches Zimmer), dort werde ich endlich auch ueber Nacht internet haben (WOW!!!!). Ich arbeite von 9-20:00, wobei im Moment mein einziger Job darin besteht, den leuten zuzuschauen und zu lernen. Wenn es nichts zu tun gibt, schreibe ich Blog (=
(-> Arbeitsindikator!)

Ich komme mir in dieser 6 Millionen Stadt immer noch etwas veloren vor. Allerdings habe ich begonnen Nachts spazieren zu gehen um wenigstens einmal die Umgegend zu erforschen. Noch habe ich saubere Hosen, allerdings werde ich wohl demnächst eine Reinigung suchen müssen.

Mein gehalt wird wohl nicht reichen um mich heir durchzubringen, allerdings ist es hier tatsächlich SEHR billig. Mein erstes Essen mit Rama war im Pizzahut und hat mich nur knapp einen Euro gekostet. Very cheap! Kam es mir hier schon öfter über die Lippen. Wohingegen meine Kollegen immer ungläubig den Kopf schuetteln wenn ich ihnen erzähle, daß man fuer das Geld hier nichtmal Hundefutter bekommt.

Billig sind auch Die Klamotten (Armani Anzug: 250 €) und dementsprechend sind alle Inder sehr gut gekleidet, speziell die Geschäftsleute. Für mich bedeutet das wieder zusätzliche Kosten, ich werde mir nämlich einige neue Stoffhosen kaufen können. Dank der Preisdifferenz wird das allerdings Gott sei Dank nicht mein ganzes Budget auffressen.

Der rest der Woche verläuft weniger spektakulär und versöhnt mich mit dem Land. Der Kaffee ist HIMMLISCH (Finger weg vom Bier!!). Auch die Küche ist klasse, vor allem weil meine Kollegen das Essen täglich von zu Hause mitbringen und wir alles miteinander teilen. Ausser einem Löffel um die Sossen zu verteilen gibt es allerdings kein Besteck, gegessen wird mit den Fingern (niemals mit der lineken Hand -> die ist füer die bereits erwähnten delikaten Waschungen vorgesehen ^^) und vieles ist scharf (niemals uebertrieben!). Anfangs stelle ich mich wohl ausserordentlich bescheuert an, abeeuer nach dem dritten Tag hier hab ich langsam den dreh raus -> Das Essen landet zum Großteil im Mund.

Autofahren ist ein Abenteuer, nichts ist besser um Morgens wach zu werden als eine halbe Stunde lang (Der weg den ram und ich zum Office brauchen) zwischen TukTuks (Indische Motorisierte Dreiräder die als Personentransportmittel fungieren) Mofafahrern, Autos und Lastern umd nackte ueberleben zu kämpfen. Auf den Strassen in Bangalore herrscht Chaos. Allerdings nur fuer den Aussenstehenden, die Inder scheinen im wilden Hupkonzert immer den Ueberblick zu behalten und auch Rama sieht sehr entspannt aus, wenn er sich seinen Weg durch die Blechlawine bahnt. Zum einen liegt das wohl daran, dass hier selten ueber 30 kmh gefahren wird und so eine Reaktion schneller moeglich ist. Drängeln ist kein Ärgernis sondern Philosophie und so greift der verkehr einfach ineinander indem sich jeder Hupend seinen Platz sucht. Hupen ist hier keines Wegs nur ein Mittel um dem Ärger luft zu verschaffen, der Fahrer zeigt an "ICH KOMMEEE", "ICH Fahre jetzt", "Mach Platz" "Ich bin in deinem toten Winkel" aber natürlich auch "DU VOLLIDIOT". Alles in allem muss ich sagen funktioniert das hier offensichtlich sehr gut und nur wenige autos haben Kratzer oder beulen. Was also im ersten Moment aussieht wie Chaos wird bei näherem insehen zum koordinierten System, in das ich mich allerdings nur als Einheimischer trauen würde.

Die Leute hier haben meistens ein Lächeln auf den Lippen. Indien kann wunderschön sein und auch wenn ich hier viel negatives zu berichten weiss, so ist das nur ein Teilaspekt eines Landes in das man sich durchaus verlieben kann. Als Europäer (weißer) hat man laut rama einen Sonderstatus was Freundlichkeit und Respekt betrifft, selbst der eifrigste Geschäftemacher lässt nach einem bestimmten NO inkl. Kopfschuetteln von einem ab.

Die ersten Tage

Die ersten paar Tage sind vorbei und ich bin Gott sei Dank heile in Indien angekommen. Mit einem heftigen Jetlag, kaum schlaf und einem Komischen Gefühl im Magen stehe ich am Flughafen. Kein Mensch da ausser Militär und Taxifahrer. Meine Entdeckerfreude bekommt einen erheblichen Dämpfer nachdem ich dann auch noch beim Schalterbeamten ne halbe h ein Formular fuer die Einreise ausfülle, das der mir dann entnervt irgendwann (unvollständig!) aus der Hand nimmt und einfach unterschreibt. Na immerhin, ich bin drin.
Ich denke nach einer heißen Dusche und ein wenig schlaf sieht die Welt schonwieder anders aus. Allerdings stehe ich nach wie vor alleine am Flughafen und kein Rama weit und breit der mich anholt.... Ich warte noch 20 Minuten und komme mir immer bescheuerter vor, weil ich gerade dem tausendsten Taxifahrer klarzumachen versuche das jemand kommt der mich mitnimmt.

Nach einem Anruf kommt Rama dann auch und bringt mich zum Appartement eines Freundes in dem ich die ersten paar Tage verbringen soll. Er ist sehr zuvorkommend und wir verstehen uns von Anfang an sehr gut. Das Appartement ist sehr... indisch und für jemanden der europäischen Luxus gewohnt ist (+Jetlag +komischer Magen +Müde) ein kleiner Kulturschock. Das zimmer allgemein ziemlich dreckig, die dusche einfach ein Rohr das aus der Wand kommt und das Klo... gesprenkelt würde ich sagen. Ich dusche trotzdem und es geht mir schon ein klein wenig besser - Duschvorhänge gibt es nicht in Indien, die Toiletten hier haben meistens keinfach nebenan nen Wasserhahn und nen Duschkopf (Der Wasserhahn und das kleine Schälchen nebendran ist fuer Waschungen delikaterer Art vorgesehen, ich habs nur einmal verwendet und seither schau ich das ich drum herum komme) Ich versuche mich hinzuhauen... Irgendjemand muss wohl die letzten 20 Jahre vergessen haben die Bettlaken zu wechseln... Also packe ich meine eigene Bettwäche aus, telefoniere noch mit meiner Freundin und hau mich dann hin.

Ankunft geschafft.