Ulrich und sein Praktikum in Indien.

Freitag, September 30, 2005

Es scheint, als wäre ich nicht zum Bloggen geboren. Bei meinem Eintrag eben ist was schief gelaufen und er konnte nicht veröffentlicht werden. Also wieder aufs Neue.

Es hat heute den ganzen Tag geregnet, und Bangalore zeigt sich wieder von einer ganz anderen Seite. Es gibt hier kaum Vorrichtungen um Regenwasser von der Strasse abzuleiten (einen Gulli wird man hier lange suchen und wahrscheinlich nie finden). Diese Tatsache und der starke anhaltende Regen, führte dazu, dass sich so manche Strasse abrupt als Fluss verkleidete. Ich durfte das hautnah miterleben, weil wir für eine Reklamation, per TukTuk durch die ganze Stadt mussten.
**Der Ausdruck Tuktuk ist anscheinend nur von / für Kinder hat mir heute ein Inder mit mitleidigem Blick erklärt. Allerdings habe ich mich jetzt schon so dran gewöhnt, dass ich dem eigentlichen Wort Auto (Abkürzung für Autoriksha) wohl auch weiterhin keinen Platz in meinem Wortschatz einräumen werde.**
Manche Strassen waren schlicht nicht befahrbar, weil das Wasser geschätzte 10 – 15cm hoch stand. Naja, stehen ist der falsche Ausdruck, es rauschte an uns vorbei trifft es besser. Nicht selten hörte man das Wasser gegen den Unterboden des Tuktuks klatschen. Schade, dass ich den Foto nicht dabei hatte, die Bilder wären Sehenswert gewesen.
Die Tour war nicht gerade angenehm. Zum einen sieht man durch das Wasser auf der Straße (braun, wegen dem ganzen Sand / Dreck der hier rumliegt) die Schlaglöcher und Hügel nicht mehr – der geübte Inder erahnt sie eventuell wegen dem kräuseln des Wassers, allerdings wurden wir dennoch ziemlich durchgeschüttelt. Zum anderen ist ein Tuktuk ja luftig gebaut (siehe Bild), was bei Sonnigem Wetter eine angenehme Abkühlung verspricht. Bei Wind und Regen hingegen, lernt man die Türen schmerzlich vermissen. Und spätestens nach dem ersten Auto, das neben uns durch das Wasser gepflügt ist, wusste ich auch, dass meine Kleider eine Dringende Wäsche benötigen. Alles in allem war das wohl ein Trip den man wohl mal gemacht haben muss, ich aber nur ungern wiederholen möchte (evtl. der Bilder wegen).

Soviel zu Indien. Es gibt noch wahnsinnig viel, dass eine Erwähnung wert ist, aber davon in späteren Einträgen mehr.

Die Gemeinde die das hier liest ist anscheinend mittlerweile ziemlich groß, das freut mich natürlich und motiviert. Wäre schön, wenn ab und zu mal ein Comment eintrudelt, damit ich weiß, wer hier alles neu oder noch dabei ist.

Zu meiner Aktuellen Situation:

In meinem Zimmer gibt es leider immer noch kein Wasser und in meinem Ausweichbad ist nach wie vor kein Licht. Irgendwie kommt wohl der Klempner nicht bei. Das Problem mit den Handwerkern gibt’s wohl überall auf der Welt.
Ich habe endlich jemanden gefunden dem ich meine Wäsche anvertrauen kann. Unsere Hausfrau hier kommt ab jetzt jeden Sonntag vorbei und erledigt das. Das ist eine ziemliche Erleichterung, da sich hier das Prinzip des Waschsalons nicht durchgesetzt hat und die Reinigung keine Unteräsche annimmt. (nein, Unterwäsche kann man auch von Hand waschen, dementsprechend laufe ich nicht „smelly“ durch die Gegend)
Im Geschäft ist im Moment alles etwas stressig und wir haben uns entschlossen Morgen mal eine Zwischenschicht einzulegen. Außerdem hab ich nun ein eigenes Projekt (Kundendatenbank) das mir sehr gefällt und an dem ich mich austoben darf.
Die Ameisen fühlen sich anscheinend unter der Tastatur von meinem Labtop sehr wohl. Ich traue mich aber nicht sie da rauszuschütteln, weil mein Labtop wohl immer noch schlechte Laune hat ( Die Festplatte gibt den Geist auf). Naja, vielleicht tut ihm die Gesellschaft ja auch gut (die Kleinen Biester futtern mit Sicherheit jeden verirrten Krümel weg der sich in dem Jahr Gebrauch da runtergeschmuggelt hat.)
Ein akzeptables Bier hab ich leider auch noch nicht gefunden. Meine Freude, als ich eine BECK’S Dose im Supermarkt entdeckte endete abrupt, als mir der Aufdruck „Alkoholfrei“ ins Auge sprang. Da ich die Heinis immer noch nicht gefunden habe (ein Inder hat mir gesagt die könnte man hier bekommen) bin ich weiterhin auf einheimisches angewiesen.
Ich bin also nach wie vor am durchprobieren der hiesigen Sorten (Die Hoffnung stirbt zuletzt), das ist teilweise aber etwas heikel. In der Kneipe gestern Abend habe ich Tiger probiert. War genauso über wie die anderen, aber in der Not frisst der Teufel fliegen und hab gemütlich drei Fläschchen getrunken. Offensichtlich war das Gebräu aber importiert (!? So was wird importiert, aber Henis gibs nicht????) und kostete dementsprechend fast 6 Euro. Der Baileys danach noch mal 12…. Der Abend war also etwas teurer und ich bin aus allen Wolken gefallen als ich die Rechnung präsentiert bekam (habe immer noch nicht herausgefunden wo beim TGIF die Getränkepreise für nicht-Cocktails stehen). Immerhin könnte ich für das Geld gut einen Monat in meinem indischen Stammrestaurant 2 mal am Tag essen gehen…
Damit wären wir auch schon beim Essen. Im obigen lokal gibt es Frühstück, Mittag und Abendessen. Mittags bringen meist die Kollegen was mit und Abends bin ich dann da. Für 20 Rupees (40 ct) gibt’s ein magenfüllendes Abendessen. Abendessen ist hier ähnlich wie Frühstück, also Mittagessen mit weniger auf dem Bananenblatt (=

Gesundheitlich geht’s mir nach wie vor blendend, allen Unkenrufen zum trotz vertrage ich nämlich offensichtlich die Unmengen an Scharfem, die ich hier zu mir nehme. Ich bin sogar selbst schon so weit, dass ich mir anstatt normalem Ketchup (Heinz) Lieber „Hot and Sweet“ Tomatensauce kaufe (auch dabei meinen sie es mit dem Hot wieder erwartungsgemäß ziemlich ernst..)

Kleiner Ausblick:
In den nächsten Tagen werde ich mal ein paar Bilder von meiner neuen Heimat (dem Büro) präsentieren.

Grüße,

Ulrich

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