Ulrich und sein Praktikum in Indien.

Donnerstag, Oktober 13, 2005

Endlich malwieder ausschlafen

... wäre angesagt.

Wir haben gestern und heute Feiertag, was bedeutet, daß wir eigentlich frei hätten. Leider kommen uns da die Laptops (650) in die Quere, die bis Montag wieder in Deutschland sein müssen. Im klartext heisst das, daß ich eigentlich seit zwei Tagen ausser Arbeiten nichts gemacht habe. (Naja, unterbrochen von 2 mal 4h Schlaf und gestern nacht konnte ich nebenher ein bueschen WoW daddeln). Schade drum, meine Kollegen haben mir nämlich vorgeschwärmt was für tolle Feste gerade stattfinden...
Die Arbeit ist denkbar simpel. 650 Labtops formatieren, XP installieren, Treiber installieren, fertig. Leider haben wir keine Netzwerkmöglichkeiten und können so keine Netzwerkinstallation starten => wir machen das hier WIRKLICH ALLES von Hand.

Wie man sieht macht Muthu die zweite Nachtschicht etwas zu schaffen (nach 3 Uhr nachts schläft der glaube ich überall - hier gerade mit dem Kopf auf dem Tisch)

Trotz solcher Widrigkeiten kommt die Religion nicht zu kurz. Bei allem Stress haben meine Kollegen gestern doch noch die Zeit gefunden unser Haus, das Equipment und ihre fahrbaren Untersätze zu segnen.
Dafür wird eine Schale mit Opfergaben und gewürzen gefüllt. ein Teil wird entzündet und mit dem daraus entstehenden, wohlriechenden Rauch die Bude beweihräuchert (Und das Auto und der Computer usw.). Das hält ewig - heute, einen Tag später duftet das Büro immernoch.

Autos , Motorräder und Gebäude werden ausserdem mit einer Paste bestrichen und besprenkelt und reich mit Blumen geschückt (Mein Labtop ist nochmal davon gekommen). Auf der Strasse bietet sich einem dadurch so manch wundersamer Anblick.

So ist gestern ein Ford Transit an mir vorbeigerauscht, das Maximalgewicht von den mitgenommenen Indern augenscheinlich hoffnungslos überschritten und der Kühlergrill geschmückt mit Palmwedeln. Man würde vermuten, daß man dabei die Blätter nach unten zeigen lässt, allerdings ist dem Inder der Schmuck wohl wichtiger als die freie Sicht und um ein ästhetisch einwandfreies Ergebnis zu erhalten müssen die Wedel eben nach oben zeigen... Gebetet wird übrigens für persönlichen Erfolg und Erfolg der Firma. Nachdem wir mit den Labtops hier haufenweise Probleme habe sollte das besser funktionieren...


Ebenfalls religiös sind die Moslems, die uns im Moment helfen die Labtops fertig zu machen. Es ist Ramadan und so wird hier den ganzen Tag nichts gegessen. Ausserdem sind die leute offensichtlich grundehrlich während dieser Zeit (auf die Anfrage, ob man das Servicepasswort auf einem Rechner nicht knacken konnte kam dem IT Spezialisten nur ein erschrockenes "Not this Month!" über die Lippen). Aus solidarität, Zeitmangel und weil keiner im Regen herumlaufen moechte, essen wir tagsüber auch nichts (Ich würde ja, aber meine persönlichen Vorräte sind aufgebraucht und ich habe keine Lust zum Supermarkt zu schwimmen).
Es regnet im Moment sehr stark, da ein Wirbelsturm die Küste heimsucht und wir gerade seine Ausläufer zu spüren bekommen. Bei dem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür und so bleieb ich zu Hause und schicke nur den Muthu ab und an nach Hause, wenn er mir wieder auf dem Tisch zusammenbricht.

Grüßt mir den Rest

Ulrich

0 Comments:

Kommentar veröffentlichen

Links to this post:

Link erstellen

<< Home