Ulrich und sein Praktikum in Indien.

Montag, Oktober 24, 2005

Unter Palmen...

Mein erster kleiner Trip durch Indien ist vorbei, wie man sieht lebe ich noch und gesundheitlich befinde ich mich in bester Verfassung.

Der Distrikt Goa ist von meinem jetzigen Standort etwa 600 Kilometer entfernt und wurde für den Tourismus zunächst von Hippies entdeckt. Mittlerweile wird man dort auch viele Pauschaltouristen antreffen, die sich dort mit Aussteigern, alt-Hippies, Ravern und Backpackern das gleiche Fleckchen Erde teilen.
Begonnen hat mein Trip mit der Busfahrt und so wie der Fahrer drauf war, hätte es dabei auch bleiben können (LEBENSGEFAHR – SOS!). 16 Stunden über Nacht und „über Stock und Stein“ triffts in dem Fall so ziemlich. Das bedeutet also 16h Dämmerschlaf, aus dem man beim nächsten Schlagloch / Hügel / Schotterhaufen hochschreckt. Besonders erfreulich, auch das regelmäßige scharfe bremsen, wenn wieder was auf der Straße liegt. Da die Sitze nämlich alle in schräger Liegeposition stehen rutscht man dann einfach runter und ist also auch wieder wach. Ich kam also ziemlich missmutig, schlaflos und durchgeschüttelt in Goa an.

Der erste Versuch aus dem Bus auszusteigen scheitert kläglich an 10 Taxifahrern die den Ausstieg ziemlich effektiv verstopfen und mich überreden möchten mit ihnen sonst wohin zu kommen. Auf drängen und schubsen machen sie Platz, darauf hat die örtliche Hitze aber nur gewartet. Das Gefühl das folgt, gleicht dem im Kältebad nach der Sauna, nur umgekehrt. Während ich noch taumelnd in der Hitze stehe, nehmen mich schon die ersten Taxifahrer an die Hand und schieben mich freundlich aber bestimmt zum nächsten Schattenplatz. Zufällig gibt’s da auch einen Sitz und eine Tür und ehe ich mich versehe, bin ich schon auf dem Weg nach Baga, dem populärsten Strand hier in Goa. Auf dem Weg verfliegt die Hitze durch die Zugluft, die Müdigkeit durch die unglaublichen Bilder die sich mir bieten und der Unmut durch die geweckte Abenteuerlust. Außerdem tut auch die schwere süße Luft meinen Lungen gut, die sich schon allzu sehr an den Großstadtsmog gewöhnt haben.
Der Taxifahrer bringt mich zu einem „Freund“ ins Hotel, was den vernünftigen Fahrtpreis erklärt (er wird eine Provision für das vermittelte Zimmer bekommen). Ich bezahle aber nicht die 30 Euro pro Nacht und suche mir dann auf eigene Faust eines. 100meter vom Strand, mit (zugegeben etwas eingeschränktem) Blick aufs Mehr und Klimaanlage für 12€ - da simma dabei.

Das Personal ist überfreundlich und besorgt mir alles was ich brauche, inklusive Wasser, Klopapier und Mietroller. Dieser Probleme entledigt, nehme ich ein Bad im Meer und bin wohl das erste Mal an dem Tag rundum zufrieden und glücklich. Mitten im deutschen Herbst, bei 32Grad im lauen Meerwasser planschen, was will man mehr? Abends fahre ich noch ein bisschen mit dem Roller durch die Gegend, ich habe für den nächsten Tag eine Tour durch Nordgoa geplant und sollte wohl mal schauen, wo bei meinem Roller vorne und hinten ist. I
mmerhin ist das ja meine erste Beziehung mit einem motorisierten Zweirad. Wider erwarten, hatte ich allerdings überhaupt keine Probleme. Anfangs zwar noch etwas wackelig auf dem Sitz wird man schnell sicherer und schnell fahren ist im Abenteuerspielplatz Goa sowieso ausgeschlossen.
Für mein leibliches Wohl sorge ich am Strand. Die „Beach shacks“ verkaufen allerlei Leckereien und haben ihre Tische nur 20 Meter vom Wasser entfernt im Sand aufgebaut, der Ideale Platz also für ein kühlen Bier und einen Plausch mit den einheimischen.

Der nächste Tag startet wiederum mit einem Bad im Meer (man darf neidisch sein) und führt mich dann in die entlegendsten Winkel und an die einsamsten Strände. Ich schrecke vor keiner Schotterpiste zurück und werde dafür durch ein paar der schönsten Anblicke entlohnt, die ich in meinem Leben haben durfte. Wehende Palmenhaine, dichter Dschungel , kleine Fischerdörfchen, exotische Vögel, Affen, Elefanten und Wildschweine (und natürlich auch die allgegenwärtigen Kühe).

Abends habe ich dann genug vom alleine sein und mit ein wenig Glück gelingt es mir, einen US Backpacker (Lochlin 20) und einen kanadischen Lebemann (Vendor 27) aufzutreiben.
links Vendor, rechts LochlinMit denen wird dann gefeiert bis spät in die Nacht. Der Backpacker kommt bei mir unter und wir bleiben auch noch den ganzen nächsten Tag zusammen bemerkenswert ist, dass uns in der ganzen Zeit nicht einmal der Gesprächsstoff ausgeht. Als wir dann auch noch die Londoner Aussteigerin Clarice kennen lernen ist es mit dem geruhsamen Sonntag sowieso vorbei.

(Alleine die Geschichte wie sie sich ihr Bein beinahe gebrochen hat und daraufhin von „Freunden“ im Zimmer eingeschlossen wurde, war köstlich genug um uns eine Stunde bei Laune zu halten).

Viel zu schnell ging es dann heute Nacht wieder nach Hause. Der Busfahrer, diesmal vielleicht unter Drogen, oder angesteckt vom Goanischen Lebensstil, fährt mehr wie ein Busfahrer und weniger wie ein Dampfwalzenbesitzer, was für mich bedeutet, dass ich im Bus sogar ein bis zwei Stunden Schlaf bekomme.


Fazit ist, dass Goa die Strapazen der Fahrt mehr als wert war. Als Zugabe zu den paradiesischen Eindrücken von dort, nehme ich auch noch einen ganzen Haufen Backpackertips mit zurück nach Bangalore, die mir bestimmt während meiner weiteren Trips behilflich sein werden. Lochlin kommt mit 20 Dollar am Tag ohne Probleme aus, darin enthalten sind Unterkunft und Reisekosten. Also wenn da nicht auch euch der Gedanke kommt es mal mit Indien zu versuchen…

Mein Wasser hier funktioniert tatsächlich. Es mangelt vielleicht noch etwas an Druck, aber angesichts der bisherigen Probleme, ist das kaum ein Grund sich zu beschweren.

Technisches:
Aus mir bisher unerfinldichen Gründen kann ich im Moment keine weiteren Bilder hochladen, ich werde es aber natürlich weiterhin versuchen.

Die Kommentare habe ich auf einen Tip von tlaier hin umgestellt. Jetzt kann jeder, auch ohne sich anzumelden, seine Gedanken zum geschriebenen äußern. Einfach unter dem Text auf Comments klicken.


Grüße

Ulrich

9 Comments:

Anonymous Anonym said...

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24 Oktober, 2005 13:35

 
Blogger Blubbage said...

Yeeeeehaaaaaa :)

Klingt ja richtig cool, was du da erlebt hast, freut mich, dass deine formulierten Hoffnungen für das Goa-Wochenende so trefflich in Erfüllung gegangen sind.

Und wenn du jetzt so hübsch mit dem Rollerchen rumgedüst bist, dann steht ja unserem Motorradführerschein im Frühjahr doch nix mehr im Weg... Wenn du mal von der Leidenschaft gepackt bist, gibts kein Zurück ;)

Meinen Kommentar reihe ich gnädigst unterhalb des tollen Rentierjägerwerbekommentar ein, nach Schweden wollte ich ja eh schon immer.

So long...

24 Oktober, 2005 15:42

 
Anonymous Anonym said...

Beneidenswerter trip,verfolge impressions of india, spannender Schreibstil, good luck!

24 Oktober, 2005 15:55

 
Anonymous PapaSchlumpf said...

Neidisch Neidisch und nochmals Neidisch.....Junge ich finde es echt klasse dass du uns an deinem Erlebten teilhaben lässt. Deine art zu erzählen hat mich schon immer amüsiert und wenn sie leise außerhalb meiner wohnung stattfindet erst recht :-) Danke für deinen Anruf war ein super Geb.Geschenk auch wenn es den Neid nur noch mehr geschürt hat. Fühl dich geknuddelt bis bald.... i`ll be back

24 Oktober, 2005 16:14

 
Blogger Ulrich said...

hehe, danke für die Blumen, du hast gerade dem Rentiertypen das überleben im Commentbereich beschert, wollte den nämlich gerade wieder löschen. Mittlerweile hängts nur noch an der Kohle, Rollerfahren war nämlich schon seeehr hammer, da will ich nicht wissen wie genial das mit dem Motorrad is

- und schön, daß du dich auch mal hier meldest, Domme!

nur wer ist Anonymus? Bin schon sehr gespannt...

24 Oktober, 2005 17:37

 
Anonymous Schwarzers Hermine ihrn Edgar sei Lena ;) said...

Hallo Ulrich!

Alles hört sich erlebnisreich und spannend an!
Ich warte täglich auf deine Berichte aus Indien. Hier ist einfach nichts los!
Schule zieht sich...
(weißt du überhaupt noch was das ist?;))

Schreib fleißig weiter!
Ganz viele liebe Grüße,

24 Oktober, 2005 18:45

 
Blogger Far said...

Oh..man das ist ja eine wahre commentflut hier momentan.. da muss ich doch auch noch meinen senf dazu geben!

Sehr geniale Bilder großer...jetzt hab ich noch die richtige perspektive zu dem wellenrauschen im Kopf. NEID! Auch wenn ich noch gern ein Ulrich Rollerganster Bild gesehen hätte ;p

Danke für deinen Anruf!

Gruß
Florian

25 Oktober, 2005 10:35

 
Blogger Ulrich said...

Hey Lena! Wusste gar nicht, daß die Adresse von dem hier schon bis nach Stuttgart vorgedrungen ist! Werde versuchen das weiter aktuell zu halten, damit du ein bueschen abwechslung von der Schule hast (Schule? was war das nochmal? :P)

Und Flo: Als ich da so am Strand saß, musste ich wieder an die Ragazzi denken und dachte ich meld mich einfach mal und lass euch etwas teilhaben...

26 Oktober, 2005 09:26

 
Anonymous Anonym said...

Hallo Ulrich....
gerade gestern habe ich noch mit Bobby gesprochen wie das ist mit dem anmelden damit ich auch meinen Senf zu deinen Erlebnissen geben kann..:-)

Deine Bilder sind echt genial, wenn das so weitergeht kommen wir dich noch besuchen.. :-)
Freue mich immer wenn es wieder neues von dir zu lesen gibt.. Ich hoffe es geht dir gut..bis auf das Bier halt:-)

Liebe Grüße Eric und Conny

30 Oktober, 2005 23:50

 

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