Ulrich und sein Praktikum in Indien.

Mittwoch, November 16, 2005

In der Hitze der Nacht...

Ich weiss ich weiss, die Abstaende zwischen meinen Eintraegen warden immer laenger. Aber deswegen lasse ich mein kleines Projekt nicht voellig im Stich. Im Gegenteil. Ich ertappe mich nach wie vor, wie ich alles was mir passiert in Anekdoten ummuenzen moechte. Wenn ich drueber nachdenke, wird fuer mich einfach in letzter Zeit alles zum Alltag hier. Ich konnte die letzten zwei Wochen ohne Schock und Unglauben durchleben und das will schon was heissen.

Aber nun dennoch mal wieder iene Episode:

Mein Nachtleben hat sich seit dem letzten Wochenende drastisch verbessert. Nachdem ich bisher abends meistens mite in paar Indern in der ein oder anderen Bar meine Abende verbracht habe (wer mich kennt weiss wie gerne ich einfach so in Kneipe rumsitze) wurde mir am letzten Wochenende von einem freundlichen Inder ein Club gezeigt.
Zu verlieren hatte ich nichts, also nichts wie rein da. Von aussen wirkt alles aeusserst unscheinbar (stehen drei Leute vor einem Eingang, daneben ein Schild auf dem der Name des Nachtclubs in gruener Schrift verewigt ist) also als Nicht-insider schwer zu finden. Weniger unscheinbar sind dann die 10 Euro Eintrittspreis, die mich beinahe wieder umdrehen lassen. Der Eintritt wird einem dann in Getraenkebons umgemuenzt, was mir einen Cocktail und ein Bierchen beschert, also durchaus euroaeische Preise. Dafuer ist die Bar wohl DER Szenetreff fuer die jungen, reichen und schoenen. Alle Tanzen und die Stimmung ist grandios. Ein polnischer Russe, der nun schon fuer ein Jahr in Indien lebt(?!), gibt mir eine kleine Einfuehrung in das Nachtleben hier und bescheinigt dem aktuellen Etablissement, dass es das beste ist, was einem in Bangalore im Moment passieren kann. Und ich muss zuegeben, dass ich mich hier ausserordentlich wohl fuehle. Dachterasse, Bar, Dancefloor, alles da und mein neuer Freund stellt sich als lebensfroher und witziger Unterhalter heraus, der ausserdem jeden Hotspot in der Kneipenstadt Bangalore kennt (und Wodka koennen die trinken, die polnischen Russen…). Mit etwas Glueck sagt er, haben die Bars demnaechst auch wieder laenger auf. Der aktuelle Komissioner der das Gesetz verabschiedet hat, leidet naemlich im Moment an akuter unbeliebtheit, was bedeutet das sich hier alles hoffentlich schnell aendert (Offensichtlich bildet die Gastronomie hier eine nicht zu unterschaetzdende Lobby – und ich wuensche ihnen alles Glueck bei der Durchsetzung ihres Primaerziels). Um 23.00 ist dann einmal mehr alles vorbei. Nach meinem empfinden sollte es gerade erst losgehen, aber der Besitzer zeigt kein Erbarmen und so finde ich mich mit gluehenden Wangen und abenteuerlustig auf der Strasse wieder.
Mit Geld geht bekanntlich alles und so druecke ich dem naechstbesten TukTukfahrer einen 100rs Schein in die Hand und verklickere ihm, dass ich noch irgendwo hinwill wo was passiert. Daraufhin faehrt der mich in ein 5* Luxushotel in der Suedstadt. Seine vorstellung von “was passiert” ist ein gerade beendetes Meeting im Saal des Hotels, nach meinen Begriffen passiert hier nicht mehr viel. Enttaeuscht lasse ich mir vom Barmann einen Whiskey einschenken (wer den wohl bezahlt hat?) und ziehe von dannen. Bei meinem Streifzug ueber das Gelaende finde ich dann eine kleine Bar und dort dann auch noch die gewuenschte Abwechslung. Mit 4 Leuten aus 4 Nationen treiben wir dort noch bis spaet in die Nacht die Kellner in den Wahnsinn, lachen und diskutieren. Als es Zeit wird zu gehen erlaube ich mir noch einen letzten Spass mit einem TukTuk fahrer und scheuche ihn die Menschenleeren Strassen hinunter. Mit wackelndem Gefaehrt und allem was der kleine Motor hergibt duesen wir nach Hause (Mein Kopf tut nach 5 Minuten erbaermlich weh, weil wir manchen Schlagleochern nicht ausweichen konnten). Dort falle ich dann erschoepft, aber immernoch laechelnd ins Bett, mache die Augen zu und werde nach gefuehlten 5 Sekunden Schlaf von Muthu geweckt, der mir erzaehlt, dass wir diese Woche wieder Samstags arbeiten…

Das also, damit ihr malwieder was zu lessen habt und als kleiner Einblick in mein Leben. Es ist also nach wie vor spannend und interessant und ich lerne immernoch beinahe taeglich jemand neues kennen.

Wie ihr bestimmt gemerkt habt, schreibe ich (neben meinen unzaehligen anderen Rechtschreibfehlern) nur noch aes oes ues und ss, was daran liegt, dass mein Laptop nun endgueltig den Geist aufgegeben hat.

Habe mir im Kopf mal eine kleine Liste zusammengestellt was ich alles hier vermisse, ist aber im nachhinein recht einfach.

Euch.

More to come,

Ulrich

P.S.: Hier hats gerade 26 Grad - und bei euch? :P

6 Comments:

Anonymous Anonym said...

Also morgen solls schneien...;(

16 November, 2005 13:18

 
Anonymous Anonym said...

anonym hat gesagt...
Endlich eine Fortsetzung von impressions of india!!Hatten schon Entzugserscheinungen.Möchten tauschen:Schnee gegen indiansun and bangalore nightlive.
so long!
Mädels aus München

16 November, 2005 23:36

 
Blogger Ulrich said...

Aber mal ganz ehrlich, Schnee hat auch was fuer sich. Ich gehoere immernoch zu den Leuten, die wenns schneit nur fasziniert aus dem Fenster schauen und hoffen das er liegen bleibt.

18 November, 2005 05:50

 
Anonymous Anonym said...

Ehrlich, bei Schnee aus dem Fenster gucken !!!!!!!!! finden wir auch cool.
so long!

18 November, 2005 13:15

 
Anonymous Daniela said...

Hört sich ja sehr interessant an. Wo war das? Für 500 Rupien kannst du ins Sin (Airport Road) gehen und trinken, so viel du willst. Nur Essen ist extra. Die machen allerdings auch 11Uhr dicht. Club X (auch Airport Road) hat meines Wissens länger auf. Als ich das letzte Mal dort war, gings jedenfalls bis in die frühen Morgenstunden lustig weiter. Und in den Hotels ist rund um die Uhr was los. Zum Beispiel F-Bar im Le Meridien oder Insomnia im Taj.

Liebe Grüße,
Daniela

18 November, 2005 17:02

 
Blogger Ulrich said...

Wohoo, INSIDERTIPPS, da hab ich ja die naechsten Wochen huebsch was zum ausprobieren. Vielen Dank fuer die Schuetzenhilfe Daniela. Der Club hiess Spin und befindet sich in ner Seitenstrasse in der Residency rd. (wenn man von Brigade rs aus kommt lins und dann gleich wieder rechts)

19 November, 2005 06:24

 

Kommentar veröffentlichen

Links to this post:

Link erstellen

<< Home